Wenn die Anschaffung eines Entsafters ansteht, hat man die Wahl zwischen zwei grundsätzlich verschiedenen Bauformen. Wir stellen die beiden hier vor.

Bei dem Wort Entsafter haben die meisten von uns vermutlich intuitiv einen handelsüblichen Zentrifugenentsafter vor Augen, denn die Geräteklasse ist mittlerweile in Privathaushalten etabliert. Aber diese Art Entsafter ist nicht die einzige Möglichkeit den Saft aus Früchten und Gemüse zu pressen, es gibt natürlich Alternativen. Bei Saftpressen oder speziellen Zitruspressen wird mit mechanischem Druck gearbeitet und diese bieten im Vergleich zu rotierenden Entsaftern handfeste Vorteile, aber auch einige Nachteile. Aber welche Entsafterart ist dann die Richtige? Wir wollen hier einen genaueren Blick auf die Funktionsweisen werfen und dann auch die jeweiligen Vor- und Nachteile gegenüberstellen.

Funktionsweise Zentrifugenentsafter

Die Zentrifugenentsafter trennen den in den Zutaten enthaltenen Saft mittels der namensgebenen Zentrifugalkraft von den festen Bestandteilen. Dabei dreht sich im Inneren eine Reibscheibe mit hoher Geschwindigkeit, die die Zutaten bei Kontakt zerkleinert und gegen ein Sieb schleudert.Hier bleiben die Fasern und das Fruchtfleisch hängen, während die Flüssigkeit durch das Sieb und in Richtung des Saftbehälters gedrückt wird. Das Sieb kann kegel- oder auch zylinderförmig aufgebaut sein, wobei die zweite Variante eine etwas höhere Saftausbeute verspricht, da die zerkleinerten Zutaten hier länger verbleiben und geschleudert werden. Die kegelförmigen Siebe haben den Vorteil, dass der Trester hier automatisch weiter in einen Tresterbehälter geführt werden kann. Die Saftausbeute ist aufgrund der kürzeren Schleuderdauer aber etwas kleiner.

Funktionsweise Saftpresse

Saftpressen arbeiten im Gegensatz zu den Zentrifugenentsaftern tatsächlich mit mechanischem Druck und auch hier gibt es verschiedene Unterarten. Eine Zitruspresse in der ein oder anderen Form haben die meisten vermutlich schon einmal gesehen, so ist die schließlich auch schon seit vielen Jahren relativ weit verbreitet. Diese bestehen aus einem spitzen Kegel mit scharfen Noppen und einer den Kegel umgebenden Auffangrinne. Sie eignen sich ausschließlich zum Entsaften von Zitrusfrüchten und es gibt sowohl elektrisch angetriebene Variante als auch solche für den reinen Handbetrieb.

Interessanter, weil vielfältiger, sind dagegen die echten Saftpressen mit ein oder zwei Schnecken. Die Schnecke sieht ein bisschen aus wie eine überdimensionierte Schraube und presst hier den Saft besonders langsam und schonend aus den Zutaten. Dabei brechen die großen Rillen am Anfang der Schnecke die Zutaten zunächst in Teile und befördern diese automatisch die Schnecke entlang. Die immer enger werdenden Rillen drücken den Saft hier schließlich aus dem Pressgut. Während der Saft durch ein Sieb gefiltert wird, landet der Trester am Ende der Schnecke im entsprechenden Behälter.

Vor- und Nachteile auf einen Blick

Zentrifugenentsafter:

  • günstiger Anschaffungspreis
  • kaum Fruchtfleisch im Saft
  • der frische Saft enthält kaum weniger gute Inhaltsstoffe als bei anderen Zubereitungsmethoden
  • lautes Betriebsgeräusch
  • Zutaten wie Nüsse, Kräuter, Salate oder Beeren werden nicht sehr effizient verarbeitet oder können gar nicht verarbeitet werden
  • die schnelle Rotation sorgt für viel Sauerstoff im und Schaum auf dem Saft

Saftpresse:

  • auch schwierige Zutaten werden optimal verarbeitet
  • sehr leise
  • der Saft bleibt etwas länger frisch
  • je nach Gerät kann relativ viel Fruchtfleisch im Saft landen
  • hoher Anschaffungspreis

Fazit – es kommt darauf an…

Wenn man den Preis komplett ausblendet und dann nur die übrigen Fakten betrachtet, hat eine Saftpresse im direkten Vergleich zum Zentrifugenentsafter klar die Nase vorn. Der Vorgang gestaltet sich hier schonender, gründlicher und es können vor allem deutlich mehr verschiedene Zutaten verarbeitet werden. So kann damit zum Beispiel sogar Milch aus rohen Mandeln gewonnen werden. Aber dann muss man sich natürlich auch die Frage stellen, wie oft man das im Alltag vermutlich tun würde. Denn bei eher üblichen Zutaten wie Karotten, Äpfeln oder Sellerie kann auch ein wesentlich günstigerer Zentrifugenentsafter erstklassige Ergebnisse erzielen. In dem Fall erhält man hier definitiv das deutlich bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.

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