Säfte aus dem Supermarkt sind gesund und versprechen eine extra Dosis Vitamine, aber stimmt das tatsächlich? Welche Säfte gibt es und was ist genau drin?

Frucht- und Gemüsesäfte erfreuen sich in Deutschland großer Beliebtheit und zumindest statistisch gesehen trinkt jeder fast 30 Liter davon im Jahr. Der Klassiker ist dabei der Orangensaft, der davon alleine rund 9 Liter ausmacht. Das ist aber auch nicht wirklich überraschend, denn auf den ersten Blick bieten Säfte eigentlich nur Vorteile. Sie sind lecker, lange haltbar, in allen Geschmacksrichtungen und Preisregionen verfügbar und versprechen durch die enthaltenen Vitamine auch noch gesund zu sein. Aber stimmt das auch? Enthalten gekaufte Säfte aus dem Supermarkt überhaupt noch Vitamine und taugen sie auch bedenkenlos zum täglichen Konsum? Wir werfen einen genauen Blick auf die verschiedenen Saftvarianten und wie sich diese im Hinblick auf die Inhaltsstoffe unterscheiden.

Saft ist nicht gleich Saft

In einem gut sortierten Supermarkt ist das Saftregal meist mehrere Meter lang und bietet nicht nur alle denkbaren Geschmacksrichtungen und Fruchtkombinationen, bei einem genaueren Blick wird auch deutlich, dass es verschiedene Saftarten gibt. Das betrifft weniger die Zutaten, als den Herstellungsprozess. Während manche Varianten schlicht und einfach Kostenvorteile bei der Produktion bieten, sind andere bei bestimmten Früchten alternativlos. Hier folgt eine kurze Erklärung der verschiedenen Saftvarianten und wie sich diese voneinander unterscheiden.

Direktsaft

Der Direktsaft ist in der Regel die teuerste Variante und gilt auch als natürlichste Form der industriellen Safterzeugung. Hier wird der Saft nach dem Pressen und Keltern pasteurisiert und dann entweder direkt abgefüllt oder in Tanks bis zur Abfüllung zwischengelagert. Entscheidend ist dabei, dass dem Saft kein Wasser entzogen wird, das später wieder beigefügt werden müsste. Bei der, zur längeren Haltbarmachung wichtigen Pasteurisierung, wird der Saft allerdings auf mindestens 60 °C erhitzt, was auch viele der eigentlich gesunden Inhaltsstoffe, leider nicht überleben.

Saft aus Konzentrat

Bei diesen Säften wird nach dem Keltern Wasser entzogen, so dass ein Konzentrat entsteht, welches nur noch rund 1/6 der ursprünglichen Masse besitzt. Das bietet den großen Vorteil, dass der Transport aus den großen Erzeugerländern in Südamerika oder Asien zu den Abnehmern auf der ganzen Welt günstiger ist. Auch die CO₂ Bilanz fällt bei so einem Saft selbstverständlich besser aus. Vor der Abfüllung werden dann Trinkwasser und eventuell auch Aroma- und Geschmacksstoffe wieder hinzugefügt. Das klingt erst einmal künstlich, muss im Vergleich zum Direktsaft aber kein großer Nachteil sein. In vielen Tests schneiden die 100% Säfte aus Konzentrat geschmacklich und auch was die Inhaltsstoffe angeht, im Vergleich zu Direktsäften, genauso gut oder sogar besser ab.

Fruchtnektar

Diese Saftgetränke enthalten einen Fruchtsaftgehalt von 25 bis 50 % und können häufig bei bestimmten Früchten gefunden werden, die sonst kaum zu Saft verarbeitet werden könnten. Entweder weil der Wassergehalt zu niedrig ist (z.B. Bananen) oder weil ein purer Saft einfach zu sauer und ungenießbar wäre (z.B. Johannisbeeren). Hier werden also zusätzlich Wasser und oft auch Zucker oder Aromen hinzugefügt. Abgesehen davon unterscheidet sich ein Fruchtnektar nur unwesentlich von einem Saft aus Konzentrat.

Fruchtsaftgetränk

Hier entfernt man sich am weitesten von einem frisch gepressten Saft, denn bei einem Fruchtsaftgehalt von 6 bis 30 % (je nach Frucht und Hersteller) handelt es sich hier eher um einen Softdrink. Dank reichlich Zucker, künstlicher Aromen und kaum gesunder Inhaltsstoffe ist das die Variante, um die man am ehesten einen Bogen machen sollte.

Fazit – am besten aus dem eigenen Entsafter

Fertige Säfte aus dem Supermarkt müssen nicht schlecht sein, solange man bei der Auswahl auf einen hohen Fruchtsaftgehalt achtet und nicht zu viel davon trinkt. Natürlich enthält auch ein Orangensaft mit 100% Fruchtsaftgehalt eine Menge Zucker, aber hier sind immerhin auch einige Vitamine und Mineralstoffe enthalten, die bei Softdrinks wie Limonade oder Cola komplett fehlen. Den Vergleich mit frisch gepresstem Saft können die Industrieprodukte aber nur verlieren und das aus mehreren Gründen.

Während für eine längere Haltbarkeit viele der enthaltenen Vitamine zerstört werden müssen, landen beim frisch, zuhause zubereiteten Saft (Bitte beachten Sie dazu unseren Entsafter Test) wirklich alle gesunden Stoffe direkt im Glas. Das kann tatsächlich kein kommerzieller Saft bieten. Außerdem hat man hier die Gewissheit, dass wirklich nur die Früchte im Glas landen, die man auch essen würde. Wenn man also beispielsweise Wert auf Bio-Früchte legt, hat man auch beim Saft die Gewissheit. Eine Transparenz, die bei gekauften Säften kaum möglich ist.